Au Pair, Sabbatical und Bildungskarenz: Längere Auslandsaufenthalte brauchen passende Versicherung
Wie jedes Jahr werden auch heuer im Sommer wieder tausende junge Menschen als Au Pairs im Einsatz sein. Auch Langzeiturlaube werden immer beliebter. Um beruhigt zu reisen, sollte auch an den passenden Versicherungsschutz gedacht werden.
Jährlich gehen viele tausende junge Menschen auf der ganzen Welt auf Reisen, um sich die Welt anzusehen oder in einem fremden Land zu leben und zu arbeiten. Besonders die Möglichkeit, als Au Pair in einer Gastfamilie zu leben, ist eine einmalige Erfahrung. Dabei sollte vorher unbedingt an den passenden Versicherungsschutz gedacht werden, vor allem an die private Kranken- und Haftpflichtversicherung.
Au Pairs in Österreich und im Ausland
Au Pairs in Österreich müssen zwischen 18 und 28 Jahre alt sein und dürfen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz für maximal ein Jahr beschäftigt werden. Wer ein ausländisches Au Pair nach Österreich holen möchte, muss es bis spätestens zwei Wochen vor Arbeitsbeginn beim AMS anmelden und dafür sorgen, dass eine private Krankenversicherung abgeschlossen wird. Nicht vorgeschrieben, aber sehr sinnvoll ist eine Absicherung über eine private Haftpflichtversicherung. Sie übernimmt die Schäden, die das Au Pair Dritten zufügt (Sach- und/oder Personenschäden). Als Teil der Gastfamilie kann das Au Pair nach Rücksprache mit der Versicherung in die bestehende Haftpflichtdeckung einer Haushaltversicherung aufgenommen werden.
Geht ein österreichisches Au Pair ins Ausland ist es im EU/EWR-Raum und der Schweiz zumindest weiterhin gesetzlich krankenversichert, als Nachweis gilt die e-Card. Da aber die e-Card in ausländischen Praxen oder Spitälern oft nicht akzeptiert wird, und in manchen Ländern wie z.B. den USA, gar nicht gilt, sollte vor Reiseantritt unbedingt eine private Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Sie schützt vor den finanziellen Folgen einer akuten Erkrankung oder eines Unfalls und deckt neben Behandlungskosten u.a. auch einen eventuell nötigen Rücktransport des/der Kranken nach Österreich. Weil man auch im Ausland einmal unachtsam sein kann, ist der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung ratsam. Die Deckung im Rahmen einer Haushaltsversicherung erstreckt sich nämlich nicht auf das Ausland.
Für Au Pairs werden auch eigene, umfassende Versicherungspakete angeboten, der Reiseschutz über Kreditkarten oder Schutzbriefe ist meist nicht ausreichend.
Eine Reise um die Welt – das Sabbatical
So genannte „Sabbaticals", bei denen man sich mit „Job-zurück-Garantie" für längere Zeit beurlauben lässt, gewinnen auch in Österreich an Beliebtheit. Auch die „Bildungskarenz", bei der man sich für Weiterbildungszwecke beurlauben lässt, wird von Unternehmen angeboten. In beiden Fällen gibt es keine Entgeltfortzahlung, der Arbeitnehmer wird von der Sozialversicherung abgemeldet. Während bei einer Bildungskarenz mit bezogenem Weiterbildungsgeld auch Sozialversicherungsschutz enthalten sein kann, gibt es diesen für ein Sabbatical nicht. Erweiterter Versicherungsschutz ist für einen Auslandsaufenthalt jedenfalls sehr anzuraten. Bei einem längeren Urlaub bietet ein umfassender Jahresreiseschutz die beste Absicherung. Er inkludiert meist Kranken-, Unfall-, Privathaftpflicht-, Gepäcks-, und Stornoversicherung sowie diverse Assistanceleistungen wie etwa Hilfe bei Haft oder Haftandrohung. Hier besteht auch die Möglichkeit der Mitversicherung anderer Personen, z.B. des mitreisenden Ehepartners oder der Familie.
Tipps für Auslandsreisen:
- Vor Reiseantritt den vorhandenen Versicherungsschutz überprüfen und Lücken rasch füllen.
- Vorsicht bei Reisen in unerforschtes Gebiet oder Länder, die in kriegerische Handlungen verstrickt sind – sie könnten vom Versicherungsschutz ausgenommen sein.
- Wenn kein Sozialversicherungsschutz vorliegt, muss man in der Reisekrankenversicherung mit Selbstbehalten rechnen.
- Immer eine Liste mit Notrufnummern mitführen und eine Erkrankung oder einen Schadenfall umgehend der Versicherung melden.
- Originalrechnungen (z.B. von Spitälern) stets aufbewahren und darauf achten, dass sie möglichst detailliert sind.
- Keinesfalls vergessen, rechtzeitig die Prämie zu bezahlen, sonst gibt es keinen Versicherungsschutz!
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