Die Geschäftsergebnisse der privaten Versicherungswirtschaft im Jahr 2002
Die Versicherungsleistungen haben sich gleichzeitig um 3,4 Prozent von 8,77 Mrd. Euro auf 9,06 Mrd. Euro erhöht. Damit liegt das Prämienwachstum knapp über der Zunahme der Verbraucherpreise mit 1,8 Prozent, bleibt aber hinter dem vom Wifo prognostizierten Wachstum der Gesamtwirtschaft mit 2,3 Prozent zurück.
Nach den vorläufigen Prognosen wird das Gesamtprämienaufkommen 2003 vor allem wegen der erwarteten weiteren Verbesserung des Sachversicherungsgeschäftes um etwa 3,7 Prozent über dem Prämienvolumen des Vorjahres liegen.
Lebensversicherung
Die Lebensversicherung hatte 2002 ein Minus von 2 Prozent zu verzeichnen. Das ergibt ein Prämienvolumen von 5,71 Mrd. Euro. (2001: 5,83 Mrd. Euro). 2002 ist die Zahl der Verträge in der traditionellen Kapitallebensversicherung um 6,6 Prozent geringer als 2001 gewesen. Aber in der Rentenversicherung gab es um 22,5 Prozent mehr Verträge, um 25,4 Prozent mehr Fonds-Polizzen und um 22,8 Prozent mehr Dread Disease Versicherungsverträge. Es zeigt sich ein deutlicher Trend zu den neuen Vertragsformen.
Die von den Lebensversicherungen insgesamt ausgezahlten Leistungen beliefen sich 2002 auf 3,67 Mrd. Euro. Das ist ein Minus von 5,5 Prozent, das aber vor dem Hintergrund der Leistungsexplosion im Jahr 2001 beurteilt werden muss. Damals wurden viele Einmalerlags-Verträge fällig, die im Jahr 1996 noch kurz vor der kräftigen Anhebung der Versicherungssteuer für Kurzläufer abgeschlossen worden waren. Das bewirkte eine Steigerung der Leistungen im Jahr 2001 um über 22 Prozent.
Heuer ist ein Prämienwachstum in der Lebensversicherung von rund 2,9 Prozent zu erwarten. Die private Altersvorsorge hat somit weiterhin einen sehr hohen Stellenwert. Die neu geschaffene "Zukunftsvorsorge" wird zunehmend nachgefragt und erfreut sich großer Beliebtheit: Seit 1.1.2003 ist dieses Produkt am Markt , im ersten Quartal wurden bereits über 25.000 Verträge abgeschlossen.
Krankenversicherung
In der privaten Krankenversicherung ist das Prämienvolumen von 1,21 Mrd. Euro auf 1,25 Mrd. Euro gestiegen. Das ist ein Plus von 3,9 Prozent. Aufgrund von moderaten Prämienanpassungen ist heuer mit einem Wachstum von etwa 3,6 Prozent zu rechnen.
Das Leistungsvolumen ist zur gleichen Zeit im Durchschnitt um 1,3 Prozent auf 928 Mio. Euro gestiegen. Der Steigerungsprozentsatz lag dabei in einzelnen Bundesländern weit darüber.
Schaden-Unfallversicherung
In den Sparten der Schaden-Unfallversicherung (inklusive-Kfz-Haftpflichtversicherung) hat sich das Prämienvolumen 2002 um 5,8 Prozent auf 5,75 Mrd. Euro erhöht. Zur gleichen Zeit sind die Versicherungsleistungen wegen stark gestiegener Elementarschäden im vergangenen Jahr um 12,6 Prozent auf 4,47 Mrd. Euro gestiegen. Rund 400 Mio. Euro kostete im vergangenen August allein die Hochwasserkatastrophe. Das hat die Geschäftsergebnisse der Sachversicherer ganz wesentlich beeinflusst. Betroffen waren vor allem die Sturmschadenversicherung (Leistungsplus von 221 Prozent), die Haushaltversicherung (+ 35,6 Prozent), die Feuerversicherung mit Hochwasserdeckung, die Kfz-Kaskoversicherung und diverse Betriebsunterbrechungssparten.
Heuer dürfte das Prämienwachstum knapp 6 Prozent erreichen.
In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist das Prämienaufkommen stärker gestiegen als die Summe der Schadenleistungen. Das Prämienvolumen stieg um 8 Prozent auf 1,54 Mrd. Euro. Allerdings liegt die Combined Ratio bei etwa 110 Prozent. Die Sparte ist damit weiterhin in der Verlustzone.
Die Zahl der Kfz-Haftpflichtschäden ist im Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen. Über 607.000 Fälle waren zu bearbeiten.
In den ersten vier Monaten ist eine sehr schlechte Schadenentwicklung zu beobachten, was eine starke Zunahme der Kfz-Unfälle und Schadenaufwendungen in diesem Jahr befürchten lässt.
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