Die Geschäftsergebnisse der privaten Versicherungswirtschaft im Jahr 2003
Wien, 18.02.2004
Mit insgesamt 13,23 Mrd. Euro verzeichnete die österreichische Versicherungswirtschaft im Jahr 2003 eine Steigerung der Prämieneinnahmen um 4,1 Prozent.
Die Versicherungsleistungen haben sich um 5,2 Prozent auf 9,53 Mrd. Euro erhöht. Die Kapitalanlagen sind um 4,9 Prozent auf knapp 61 Mrd. Euro angewachsen.
Nach vorläufigen Prognosen wird das Gesamtprämienaufkommen 2004 um etwa 4,9 Prozent wachsen.
Lebensversicherung
Die Lebensversicherung hatte ein Plus von 1,7 Prozent zu verzeichnen. Das ergibt ein Prämienvolumen von 5,81 Mrd. Euro (2002: 5,71 Mrd. Euro). Diese positive Prämienentwicklung ist ein deutlicher Beweis dafür, dass die Österreicher der Lebensversicherung als Instrument zur privaten Vorsorge großes Vertrauen schenken. Indiz dafür ist insbesondere das Wachstum des Gesamtvolumens aus laufenden Prämienzahlungen im Vorjahr um 10,1 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. Die Einmalzahlungen waren hingegen mit insgesamt 1,6 Mrd. Euro um 15,7 Prozent geringer als 2002. Dieser Trend ist in allen großen Teilbereichen der Lebensversicherung festzustellen.
Heuer wird aufgrund der weiterhin stark steigenden Nachfrage ein deutlich höheres Wachstum erwartet. Der Versicherungsverband rechnet mit einem Plus von 5,8 Prozent.
Bei den Rentenversicherungen sind im Jahr 2003 die Einnahmen aus laufenden Prämienzahlungen um 13,5 Prozent auf rund 445 Mio. Euro gestiegen. Das Aufkommen aus Einmalerlägen ist in diesem Spartenbereich mit 484,87 Mio. Euro um 30,5 Prozent geringer. Aufgrund der immer noch dominierenden Bedeutung der Einmalerläge ist das Prämienaufkommen in dieser Sparte damit insgesamt um rund 14,6 Prozent auf 930,18 Mio. Euro zurückgegangen.
Diese Entwicklung ist aber auch vor dem Hintergrund des großen Publikums-Interesses für die neu eingeführte prämienbegünstigte "Zukunftsvorsorge" zu bewerten, die seit Anfang 2003 abgeschlossen werden kann. Für die Zukunftsvorsorgeprodukte haben die Österreicher 133 Mio. Euro an Prämien bezahlt. Knapp mehr als 200.000 Verträge wurden abgeschlossen.
Zufriedenstellend hat sich auch die Pensionszusatzversicherung entwickelt. In diesem Bereich ist das Prämienvolumen um 20,8 Prozent auf 12,01 Mio. Euro gewachsen.
Trotz der vergangenen Einbrüche der Kapitalmärkte und der unerfreulichen Meldungen von den Aktienmärkten im 1. Halbjahr, hat die fondsgebundene Lebensversicherung nicht an Attraktivität verloren. 2003 wurden mit 890,54 Mio. Euro um 5,1 Prozent mehr als 2002 eingenommen. Der Anteil der Einmalerläge am Prämienaufkommen dieser Sparte ist aber ebenfalls deutlich zurückgegangen. Mit 227,07 Mio. Euro liegt er um 34,2 Prozent unter dem vergleichbaren Betrag des Jahres 2002.
Die von den Lebensversicherungen insgesamt ausgezahlten Leistungen beliefen sich 2003 auf 4,37 Mrd. Das ist ein Plus von 19,1 Prozent. Grund für die hohe Steigerungsrate ist, dass mit 1.1.1989 die Bindungsfrist für die steuerliche Förderung von Kapitallebensversicherungen von 15 auf 20 Jahre angehoben wurde und viele Kunden den geplanten Abschluss der Lebensversicherung auf das Jahr 1988 vorgezogen haben. Ein Großteil dieser Verträge wurde 2003 fällig.
Krankenversicherung
2003 ist das Prämienaufkommen in der Krankenversicherung um 3,8 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gestiegen, das Leistungsvolumen hat sich um 2,8 Prozent auf 954 Mio. Euro erhöht.
Heuer rechnet der Verband – aufgrund moderater Prämienanpassungen in der Zusatzkrankenversicherung – mit einem weiteren Wachstum des Prämienvolumens um etwa 3 Prozent.
Schaden-Unfallversicherung
In den Zweigen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive Kfz-Haftpflichtversicherung) hat sich das Prämienvolumen 2003 um 6,5 Prozent auf 6,12 Mrd. Euro erhöht. Nach den Katastrophenereignissen im August 2002, sind die Versicherungen im Vorjahr von derartigen Großschäden verschont geblieben, und die Gesamtsumme der Schadenzahlungen ist daher vom außerordentlich hohen Niveau des Jahres 2002 wieder zurückgegangen, und zwar insgesamt um 5,8 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.
Heuer dürfte das Prämienwachstum in allen Schaden/Unfallsparten rund 4,5 Prozent erreichen.
Kfz-Haftpflichtversicherung
In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist das Prämienvolumen im Jahr 2003 um 7,3 Prozent auf 1,65 Mrd. Euro gestiegen. Die Combined Ratio liegt aber immer noch über 100 Prozent, obwohl die Schadenzahlungen um 1,5 Prozent auf 1,21 Mrd. Euro gefallen sind.
Die getroffenen Sanierungsmaßnahmen beginnen offenbar zu greifen, bringen aber noch nicht den gewünschten Erfolg. Ins Gewicht fallen vor allem die jährlich überdurchschnittlich stark ansteigenden Kfz-Reparaturkosten.
Für heuer rechnen die Kfz-Haftpflichtversicherer mit einer Steigerung der Prämieneinnahmen um etwa 3,8 Prozent.
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