Die österreichische Versicherungswirtschaft 2005 - eine erste Bilanz

Wien, 01.03.2006
2005 erwies sich für die heimischen Versicherungen als guter Jahrgang. Ein erstes Fazit zeigt Rekordzuwächse in der Lebensversicherung, denen allerdings hohe Belastungen durch Schäden aus Naturkatastrophen gegenüber stehen. Die Grundstimmung bleibt aber auch für 2006 optimistisch.

Erste Berechnungen zeigen eine gesunde Bilanz: alle Sparten verzeichneten Zuwächse, insgesamt vermerkt die österreichische Versicherungswirtschaft im Jahr 2005 eine Steigerung der Prämieneinnahmen um 9,6 Prozent auf 15,32 Milliarden Euro. Die gute Entwicklung der Kapitalmärkte und der Nachfrageboom bei Altersvorsorgeprodukten trugen maßgeblich zu diesem Ergebnis bei. Auf der Leistungsseite kam es nach einem Rückgang im Jahr 2004 wieder zu einem Anwachsen um 1,1 Prozent auf 8,64 Milliarden Euro.

Nach vorläufigen, ersten Prognosen wird sich das Gesamtprämienaufkommen 2006 um etwa 4,1 Prozent erhöhen.

Lebensversicherung
Mit einem Plus von 15,53 Prozent erhöhte sich das Prämienvolumen der Lebensversicherung  2005 auf 7,12 Milliarden Euro. In diese Wachstumsdynamik spielen die satten Zuwächse der Kapitalmärkte, aber auch der Start der betrieblichen Kollektivversicherung und besonders die erfolgreiche Entwicklung der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge hinein. Letztere erwies sich 2005 mit einer Erhöhung des Prämienvolumens von 309 Millionen Euro auf ca. 440 Millionen Euro erneut als „shooting star“. Bisher wurden in Österreich damit mehr als 650.000 Verträge zu diesem Produkt abgeschlossen.

Die Leistungsseite zeigte normalen Verlauf, ein leichter Zuwachs von 1,7 Prozent in den Auszahlungen führte zu einem Zahlungsvolumen von rund 3,38 Milliarden Euro.

Für 2006 dürfte sich in der Lebensversicherung wiederum ein Wachstum von etwa 4,7 Prozent ergeben.

Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung versteht sich in Österreich als komplementärer Partner der gesetzlichen Krankenversicherung. Für  2005 weist sie ein voraussichtliches Plus von 3,8 Prozent und somit auch über die letzten Jahre ein solides Wachstum auf. Die eingenommenen Prämien beliefen sich auf knappe 1,4 Milliarden Euro, die Leistungen nahmen um 1,8 Prozent auf 989 Millionen Euro zu.

Eine erste Prognose weist für die Krankenversicherung 2006 ein Wachstum von rund 3,1 Prozent aus.

Schaden-Unfallversicherung
Das Prämienvolumen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive Kfz-Haftpflichtversicherung) wuchs 2005 auf 6,8 Milliarden Euro an und zeigt somit eine Steigerung von 5,2 Prozent. Die Versicherungsleistungen in der Schaden-Unfallversicherung beliefen sich 2005 auf ca. 4,27 Milliarden Euro – macht ein Plus von 0,5 Prozent.

Für 2006 wird ein Wachstum der Schaden-Unfallversicherung  um ca. 3,7 Prozent prognostiziert. ür die Kfz-Haftpflicht alleine wird 2006 mit einem Plus von 2,2 Prozent gerechnet.

Der Vergleich macht sicher
Im Vergleich mit ihren Nachbarmärkten Deutschland und Schweiz schneidet die österreichische Versicherungswirtschaft 2005 sehr gut ab. Während die Gesamtprämien in Deutschland nur um 1,4 Prozent wuchsen, war die Entwicklung in der Schweiz mit – 1,2 Prozent sogar rückläufig. Dagegen trug Österreich mit seinem Gesamtwachstum von 9,6 Prozent und rund 71 Milliarden Euro an Kapitalanlagen immerhin zu 6% des Bruttoinlandsproduktes bei. Die besonders erfolgreiche Expansion österreichischer Versicherungsunternehmen in die mittel- und osteuropäischen Länder wird für weitere positive Entwicklungen in der Zukunft sorgen.


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