Dr. Karner: Geschäftsergebnisse 2003



Lebensversicherung

Das Prämienaufkommen der Lebensversicherung ist – nach einem leichten Rückgang 2002 – im Vorjahr wieder gestiegen, und zwar um rund 100 Millionen Euro, das sind 1,7 Prozent, auf 5,8 Mrd. Euro. Das ist ein deutlicher Beweis dafür, dass die Österreicher der Lebensversicherung als Instrument zur privaten Vorsorge großes Vertrauen schenken. Im Unterschied zu einigen anderen europäischen Ländern haben ja auch die heimischen Lebensversicherer gesunde Bilanzen.

Heuer erwarten die Unternehmen aufgrund stark steigender Nachfrage ein Plus von 5,8 Prozent.

Verantwortlich dafür ist der ganz offensichtliche Trend: Weg von kurzfristiger Geldanlage hin zu langfristiger Altersvorsorge. Indiz dafür ist das Wachstum des Gesamtvolumens aus laufenden Prämienzahlungen im Vorjahr um 10,1 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. Die Einmalzahlungen waren hingegen mit insgesamt 1,6 Mrd. Euro um 15,7 Prozent geringer als 2002. Dieser Trend ist in allen großen Teilbereichen der Lebensversicherung festzustellen.

Im Jahr 2003 wurden aus Lebensversicherungsverträgen insgesamt 4,37 Mrd. Euro ausbezahlt. Das Leistungsvolumen lag damit um 19,1 Prozent über dem Vergleichswert aus dem Jahr 2002. Grund dafür ist, dass mit 1. Jänner 1989 die Bindungsfrist für die steuerliche Förderung von Kapitallebensversicherung von 15 auf 20 Jahre angehoben worden ist und viele Kunden daher den geplanten Abschluss einer Lebensversicherung auf das Jahr 1988 vorgezogen haben. Ein großer Teil dieser Verträge wurde 2003 fällig.

Pensionsversicherung

Bei den Rentenversicherungen sind die Einnahmen aus laufenden Prämienzahlungen um 13,5 Prozent auf rund 445 Mio. Euro gestiegen. Das Aufkommen aus Einmalerlägen ist in diesem Spartenbereich mit knapp 485 Mio. Euro um 30,5 Prozent geringer. Insgesamt ist das Prämienaufkommen in dieser Sparte damit um rund 14,6 Prozent auf 930 Mio. Euro zurückgegangen.

Einer der sicherlich maßgebenden Gründe dafür war die Schaffung der neuen "Zukunftsvorsorge", die ab Jänner 2003 nach und nach von den Lebensversicherern in ihr Produkteprogramm aufgenommen wurde. Bis Jahresende entwickelte sich die Zukunftsvorsorge sogar zum "Renner". Alles in allem wurden knapp mehr als 200.000 Verträge mit einem Prämienvolumen von insgesamt 133 Mio. Euro abgeschlossen.

Auch die Pensionszusatzversicherung hat sich 2003 zufriedenstellend entwickelt. Diese Sparte ist mit einem Prämienaufkommen von 12 Mio. Euro zwar sehr klein. Der Prämienzuwachs beträgt allerdings 20,8 Prozent, wobei die Kunden vor allem laufende Prämienzahlungen bevorzugen, um die Steuervorteile beim Ansparvorgang optimal zu nutzen. Ab heuer werden neu abgeschlossene Verträge dieser Altersvorsorge-Variante nicht mehr steuerlich gefördert. Die Politik hat sich für die "Zukunftsvorsorge" entschieden.

Fondspolizzen

Keineswegs überraschend ist, dass sich die Fondsgebundene Lebensversicherung – trotz den permanent unerfreulichen Meldungen aus den Aktienmärkten – weiterhin zunehmender Beliebtheit erfreut. Denn gerade in Zeiten der Baisse ist der Anreiz zum Kauf von Aktienfonds groß, wenn man davon ausgeht, dass der tiefste Punkt etwa im ersten Quartal 2003 erreicht war.

Rund 891 Millionen Euro sind im Jahr 2003 für fondsgebundene Verträge von den Versicherungsnehmern eingezahlt worden. Das sind immerhin um 5,1 Prozent mehr als im Jahr 2002. Der Anteil der Einmalerläge am Prämienaufkommen dieser Sparte ist aber deutlich zurückgegangen. Mit 227 Millionen Euro liegt er um 34,2 Prozent unter dem vergleichbaren Betrag des Jahres 2002. Die Fondsgebundene Lebensversicherung insgesamt dürfte auch heuer weiter wachsen. Erst recht, wenn jene Analysten Recht behalten sollten, die für die Aktienwerten einen weiteren Aufwärtstrend erwarten.




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