Meinungserhebung 2002
Dieses Projekt ist eine Wiederholungsuntersuchung zur Erhebung von 1997. Dabei sollten Basisdimensionen der österreichischen Bevölkerung in Bezug auf den Umgang mit Versicherungen und generelle Einstellungen zur Eigenvorsorge näher analysiert werden.
Diese Repräsentativuntersuchung (2.000 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren) wurde vom FESSEL-GfK Institut in Form von CAPI-Interviews (Computer Assisted Personal Interviews) durchgeführt.
Ähnlich wie im Umgang mit Geldinstituten zeigen sich auch bei Versicherungsabschlüssen Konsolidierungstendenzen. War es in der Vergleichsuntersuchung von 1997 ein gutes Drittel (37%), das seine Versicherungsverträge lediglich bei einer Gesellschaft abgeschlossen hat, so ist es heuer bereits knapp die Hälfte (45%). Dies trifft vor allem auf ältere Personen bzw. Angehörige niedriger bis mittlerer Bildungs- und Berufsschichten zu.
Der Großteil der Versicherten (57%) hat ähnlich wie bereits 1997 (56%) subjektiv den Eindruck, dass der Anstoß zum Abschluss eines neuen Vertrages von der eigenen Person ausging. Interessant ist dabei das Phänomen, dass die Unterstreichung der Selbstentscheidung unabhängig vom Zeitpunkt des zuletzt abgeschlossenen Vertrages ist. Wann immer dieser Vertrag abgeschlossen wurde, man selbst wollte ihn abschließen.
Der Versicherungsvertreter als Impulsgeber rangiert mit 18% Nennungen mit großem Abstand auf dem zweiten Platz; Außenereignisse wie Wohnungskauf oder Autokauf nehmen mit 11% den dritten Platz ein.
Diese Hierarchie der Anstöße für einen neuen Vertragsabschluss - eigene Person vor Versicherungsvertreter, vor Außenereignissen, vor Gespräch mit Freunden oder Bekannten - mit hoher Dominanz der eigenen Person bleibt in allen Gruppen der Bevölkerung aufrecht.
Versicherungsverträge werden mehrheitlich immer noch persönlich beim Versicherungsvertreter abgeschlossen. Bezogen auf den letzten Abschluss eines neuen Vertrages geben 88% der Österreicher an, diesen Vertrag persönlich abgeschlossen zu haben; nur 3% haben auf schriftlichem Wege, 1% via Telefon und knapp 0.5% den letzten neuen Versicherungsvertrag per Internet abgeschlossen.
Es sind vor allem Menschen mit höherem Bildungsniveau (Matura/Uni) und Menschen aus hoher Sozialschicht, die eine stärkere Affinität zu neuen Vertriebswegen erkennen lassen.
Die Gründe warum gerade diese Gesellschaft für den Versicherungsabschluss gewählt wurde zeigen ein deutliches Bild. Für ein Viertel der Befragten ist eine persönliche Beziehung zum Versicherungsvertreter (Freund, Bekannter, Verwandter) gegeben. Es folgt eine traditionelle Treue zur Versicherungsgesellschaft. Erst an dritter Stelle stehen attraktive Angebote bzw. Konditionen.
Mit den beim letzten Versicherungsvertrag erhaltenen Informationen zeigt sich der Großteil der Versicherten zufrieden. Mehr als zwei Drittel (67%) geben der Überzeugung Ausdruck, vor Vertragsabschluss "auf jeden Fall" gut informiert worden zu sein; ein knappes Fünftel (19%) sieht sich "eher" gut informiert. Eine erfreuliche Tatsache, zeigt sich doch ein positiver Trend im subjektiven Informationsempfinden im Vergleich zu 1997.
Je kürzer der letzte Abschluss eines neuen Vertrages zurückliegt, umso größer ist der Anteil an Versicherten, der ein positives Urteil über die erhaltenen Informationen abgibt. Es scheint neben der besseren Erinnerung an den Abschluss die Tatsache eine Rolle zu spielen, dass sich das Informationsverhalten der Versicherer in Richtung vermehrter Kundenfreundlichkeit entwickelt hat.
Prämienhöhe und Leistungsfälle sind jene Modalitäten, über die fast alle Versicherten informiert worden sind. Man weiß wofür man versichert ist, und was man dafür zu bezahlen hat. Einer der schwächsten Punkte im Informationsbündel ist die Sicherheit, genau darüber Bescheid zu wissen, welche Schadensfälle/Ereignisse aus dem Vertrag ausgeklammert sind. Ohne Zweifel ist es objektiv schwierig, alle Möglichkeiten von Schadensfällen festzuhalten, die in einem Leistungsbündel nicht integriert sind; trotzdem müssten die Versicherungsgesellschaften danach trachten, dieses Defizit zumindest nicht zu vergrößern.
Informationen der Versicherten nach Vertragsabschluss konnten in der Erhebung von 1997 nicht als Selbstverständlichkeit angenommen werden. 27% gaben damals an, nie informiert worden zu sein. Hier zeigt sich eine deutliche Verbesserung im subjektiven Informationsempfinden. So meint ein gutes Drittel (37%) der Befragten laufend - auch nach Abschluss - über seinen Vertrag informiert worden zu sein.
Wie sich aus den Ergebnissen zum Informationsverhalten der Versicherten anlässlich des letzten Abschlusses eines neuen Vertrages ableiten lässt, hat sich dieses im Zeitverlauf zunehmend verbessert. Mehr als früher sehen sich die Versicherten vor Vertragsabschluss ausreichend informiert und auch die Betreuung nach Abschluss des Vertrages zeigt zunehmende positive Tendenzen, vor allem wenn man die überaus positive Beurteilung der Informationsleistung nach Abschluss betrachtet.
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