Private Vorsorge 2006 - wohin führt der Weg?
Wien, 18.10.2006
Die Ergebnisse einer im Auftrag des VVO durchgeführten Branchenstudie der psychonomics AG zeigen es deutlich: Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Eigenvorsorge ist gestiegen, das Vertrauen in die staatliche Pension vor allem bei den Jüngeren massiv gesunken.
Was aber bedeutet das für die Zukunft und wohin führt der Weg für die Eigenvorsorge?
Die Eigenvorsorge der ÖsterreicherInnen steht im Fokus einer groß angelegten Studie der psychonomics AG im Auftrag des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Die knapp 2.000 geführten Interviews zeigen es deutlicher denn je: Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Eigenvorsorge nimmt bei den Österreichern auf bereits sehr hohem Niveau weiter zu.
Die wichtigsten Ergebnisse
Private Vorsorge wird als unerlässlich empfunden – 83 % der Befragten geben an, dass Eigenvorsorge wichtig ist, für 41% ist sie sogar „überaus wichtig“
Die Lebensversicherung ist für 80% der Befragten noch vor Bausparer und Sparbuch das wichtigste Vorsorgeprodukt. Als wichtigste Vorsorgeziele gelten Vorsorge für das Alter, Rücklagen für Notfälle, die Absicherung für die Familie sowie für den drohenden, erhöhten Pflegebedarf. Auf den weiteren Plätzen folgen die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit und die Nutzung möglicher staatlicher Vergünstigungen. Zwei Drittel der Österreicher haben bereits Maßnahmen zur privaten Eigenvorsorge getroffen und sind bereit, durchschnittlich 138 Euro im Monat dafür zu investieren.
Frauen und ältere Personen setzen auf Sicherheit
Ältere Personen und hauptsächlich Frauen setzen in der Vorsorge vor allem auf Sicherheit: „Satte 65 Prozent der 30- 49-jährigen lehnen erhöhtes Risiko zur Erhöhung der Rendite ab, bei den 50- 54-jährigen sind es gar 69 Prozent und bei den 55- 65-jährigen 78 Prozent.“, so die Studienleiterin Mag. Dr. Katja Meier-Pesti von der psychonomics AG. Mit steigendem Alter erhöht sich daher auch der Besitz von besonders sicheren Vorsorgeprodukten wie der klassischen Lebensversicherung. Jüngere Personen (bis 24 Jahre) sind risikobereiter und wünschen sich eine höhere Rendite, für Sie sind auch fondsgebundene Lebensversicherungen ein wichtiges Thema.
Das Problem dabei liegt für Jüngere – besonders auch für jüngere Frauen - vor allem in der Leistbarkeit. Durch die doppelte finanzielle Belastung ist die Sorge, sich das Notwendige auch leisten zu können, in vielen Einkommenssituationen berechtigt.
Lehren aus der Studie
Wir wissen, dass die Nachfrage nach Vorsorgeprodukten für Alterspension, Berufsunfähigkeit, Pflege- und Hinterbliebenenvorsorge zunimmt. Markt- und Meinungsforschung helfen der Versicherungswirtschaft, ein sehr exakt an den Kundenwünschen orientiertes Angebot zu erstellen. Akzeptanz und Kundenzufriedenheit verlangen jedoch auch entsprechende Rahmenbedingungen.
Für eine ausreichende Vorsorge sind sowohl die erste Säule als auch die kapitalgedeckte Vorsorge notwendig. Wenn sich die öffentliche Hand Entlastung durch Eigenvorsorge erwartet, müssen die Rahmenbedingungen sowohl für Anbieter als auch für Nachfrager stimmen.
Die Lebensversicherer haben daher im Forderungspapier der Versicherungswirtschaft an eine neue Regierung einige wichtige Kernforderungen aufgestellt:
- Maßnahmen, die der kapitalgedeckten Vorsorge dienen, sind in der Ansparphase steuerlich zu entlasten und ein Besteuerungsmodell nach dem EET-Konzept einzuführen.
- Für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge soll die Variante eines Einmalerlages geschaffen, eine der Lebensphase entsprechende Senkung der Aktienquote vorgesehen und eine Möglichkeit eröffnet werden, diese ohne gesetzlich vorgesehene Einschränkungen auch in Form der klassischen Lebensversicherung zu betreiben.
- In der Betrieblichen Altersvorsorge sollen Bezugsumwandlungen in der Höhe bis zu 10% des Jahreseinkommens ermöglicht werden.
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