Terrorrisiken: In Österreich Deckung durch Versicherungspool
Wien, 07.07.2005
Die heutige Anschlagsserie in der Innenstadt von London ruft die Angst vor Terror wieder ins Gedächtnis.
Ersten Berichten zu Folge erschütterten zwischen 4 und 10 Bomben das Londoner Verkehrssystem. Die verursachten Sachschäden werden in die Millionen gehen, sind aber im Moment noch nicht absehbar. Obwohl Österreich bisher kaum als wahrscheinliches Ziel von Anschlägen gehandelt wird, wurden auch hierzulande unterschiedliche Vorkehrungen zur Behandlung dieser Bedrohung getroffen.
Pooling als Lösung
Bereits die Terroranschläge in den USA im Jahr 2001 machten eine Neueinschätzung und -bewertung des Terrorisikos notwendig. So gründeten die heimischen Versicherungsunternehmen im Jahr 2002 den "österreichischen Versicherungspool zu Deckung von Terrorrisiken", über den auch große Risiken Deckung finden. Die österreichischen Sachversicherungen schließen Schäden, die durch Terror entstanden sind, nicht aus (Ausnahme: Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Transportversicherung). Der Deckungsschutz pro Polizze ist auf max. 5 Mio. Euro begrenzt. Schadenleistungen werden aus dem Pool erbracht.
Der Terror-Pool der Versicherungen beläuft sich auf 200 Mio. Euro - 50 Mio. Euro werden von den Erstversicherern und 150 Mio. Euro von den Rückversicherern getragen. Die Summe von 200 Mio. Euro steht insgesamt pro Jahr zur Verfügung, darüber hinaus gehende Schäden sind nicht gedeckt.
Staatliche Beteiligung erwünscht
Dem Wunsch nach Ergänzung dieser Kapazität in Form einer Staatshaftung wurde bisher nicht entsprochen. Sollte also ein Schadenfall eintreten, der die 200 Mio. Euro-Grenze überschreitet, würden die Schadenszahlungen aliquot gekürzt. Das österreichische Finanzministerium hat bisher eine staatliche Beteiligung an der Haftung abgelehnt.
Das Terror-Risiko in Großbritannien wird in größerem Ausmaß vom Staat mitgetragen, die dortige gesetzlich verankerte Pool-Lösung kam zwischen Erstversicherern, Rückversicherern und staatlicher Seite zustande.
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