Versicherungspool für Terror-Risken
Der Österreichische Pool zur Deckung von Terrorrisiken übernimmt seit 1. Jänner 2003 die entsprechenden Risiken. Versicherungsnehmer, die sich gegen das Terrorrisiko versichern wollen, können dies im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Sachversicherung (außer Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Transportversicherung) bei einem Versicherungsunternehmen tun. Das Versicherungsunternehmen bietet Deckungsschutz bis 5 Mio. Euro. Schadenleistungen werden aus dem Pool erbracht.
Der Terror-Pool der Versicherungen beläuft sich auf 200 Mio. Euro (50 Mio. Euro werden von den Erstversicherern und 150 Mio. Euro von den Rückversicherern getragen). Es wurde eine Staatshaftung mit einer Gesamtkapazität von weiteren 600 Mio. Euro angestrebt. Trotz mehrfacher positiver Signale aus dem Finanzministerium wurde die Übernahme der Staatshaftung Ende Juli 2003 abgelehnt. Die Summe von 200 Mio € steht insgesamt pro Jahr zur Verfügung, darüber hinaus gehende Schäden sind somit nicht gedeckt. Die Versicherungen hatten ursprünglich darauf gehofft, mit der Staatshaftung auf eine vier Mal so hohe Deckungssumme zu kommen.
Sollte ein Schadenfall eintreten, der die 200 Mio. € überschreitet, würden die Schadenszahlungen aliquot gekürzt. Von Seiten des Finanzministeriums ist die Ablehnung der Staatshaftung damit argumentiert worden, dass Lösungen zur Versicherung von Terrorrisiken nicht Aufgabe des Staates seien, sondern privatwirtschaftlich organisiert werden sollten.
Damit stellt sich die Frage, ob Terrorrisiken auf Dauer versicherbar gehalten werden können. Mittelfristig könnte es passieren, dass das Risiko als nicht mehr versicherbar eingeschätzt wird.
Der Vorstandsvorsitzende der Grazer Wechselseitigen und Vorsitzende des Terror-Pools, Dr. Othmar Ederer, verweist darauf, dass in anderen Ländern Lösungen für die Versicherung von Terrorschäden sehr wohl mit Hilfe des Staates zu Stande gekommen seien und auch nicht EU-widrig seien. In Spanien und Großbritannien sei dies seit längerer Zeit möglich. Deutschland und die Niederlande hätten nach den Ereignissen des 11. September 2001 Lösungen mit Staatshaftung gefunden. In Deutschland beispielsweise übernimmt der Terrorversicherer Extremus Schäden bis zu einer Gesamtsumme von 3 Mrd. Euro, wird dieser Betrag überschritten, haftet der Staat mit weiteren 10 Mrd. Euro.
Textzitate aus: Die Versicherungsrundschau 9/2003 Interview Mag. Anita Itzenthaler mit GD Dr. Othmar Ederer
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