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4. April 2017 Presseinformation: Mehr als die Hälfte der Fahrräder in Österreich falsch oder gar nicht gesichert ...

4. April 2017 - Mehr als 75 Fahrräder werden durchschnittlich pro Tag in Österreich gestohlen. Eine aktuelle Erhebung des österreichischen Versicherungsverbandes VVO und des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) zeigt die Gründe für die hohen Zahlen: Falsch gesicherte Fahrräder machen es Dieben in Österreich zu einfach.

Die Freude am Radfahren kann ein abruptes Ende nehmen, wenn das geliebte Fahrrad plötzlich gestohlen wird. „Fahrraddiebe in Österreich haben dabei häufig ein leichtes Spiel, da viele Radfahrerinnen und Radfahrer sorglos mit ihren Zweirädern umgehen. Dabei könnte ein Großteil der Diebstähle mit einigen wenigen Schutzmaßnahmen verhindert werden“, weiß man im österreichischen Versicherungsverband VVO.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden im vergangenen Jahr 27.465 Fahrräder in Österreich gestohlen. Die Dunkelziffer, der nicht polizeilich registrierten Diebstähle dürfte sogar bis zu achtmal so hoch sein. Rund 60 Prozent der polizeilich registrierten Diebstähle ereignen sich dabei in den Landeshauptstädten. Nicht verwunderlich, denn wie eine aktuelle Erhebung des KFV in den Städten Wien, Graz, Salzburg und St. Pölten zeigt, wird ein Großteil der Fahrräder immer noch sehr unzureichend gesichert (rund 68 Prozent).

Wien vor Graz und Salzburg
Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Fahrräder war dabei lediglich durch einfache Spiral- oder Kabelschlösser gesichert, die von Dieben innerhalb weniger Sekunden unauffällig mit Seitenschneidern durchtrennt werden können.

Die Erhebungsergebnisse zeigen hinsichtlich der verwendeten Fahrradschlösser jedoch deutliche regionale Unterschiede. Die Verwendung von hochwertigen Schlössern (z. B. Bügelschloss, Faltschloss, Panzerkabel), die deutlich schwerer und aufwendiger zu knacken sind, war in Wien am höchsten (rund 68 Prozent aller erfassten Räder), in Graz und Salzburg deutlich niedriger (rund 40 Prozent bzw. 34 Prozent) und in St. Pölten am niedrigsten (rund 23 Prozent).

„Auch das beste Fahrradschloss kann einen Diebstahl nicht verhindern, wenn das Rad ohne feste Verankerung an einer Abstellanlage oder einem anderen ortsfesten Objekt versperrt wird“, erklärt KFV-Direktor Dr. Othmar Thann. Rund jedes dritte Fahrrad wurde auf diese Weise abgestellt und ist damit eine besonders leichte Beute für Diebe. Sehr häufig werden Fahrräder zudem nur am Vorder- oder Hinterrad abgesperrt. Durch ein Öffnen des Schnellspanners können Diebe in solchen Fällen ein Rad ohne jegliches Werkzeug mit einem Handgriff problemlos entwenden. Zumindest der Rahmen sollte daher immer abgesperrt werden.


Erfreuliche Zunahme von hochwertigen Park&Ride Stationen an Österreichs Bahnhöfen
Wesentliche Voraussetzung für ein sicheres Abstellen ist die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Abstellanlagen an den wichtigsten Ziel- und Quellpunkten des Radverkehrs. Gut geeignete Abstellsysteme wie Anlehnbügel oder kombinierte Vorderrad-Rahmenhalter erlauben das gleichzeitige Absperren des Rahmens und eines Rades und verhindern, dass abgesperrte Fahrräder leicht umkippen. Leider kommen in Österreich vielfach immer noch ungeeignete Vorderradhalter zum Einsatz, die keine sichere Absperrmöglichkeit bieten. „Erfreulich ist das zunehmende Angebot von Bike&Ride Stationen an Österreichs Bahnhöfen. Diese bieten vielfach besonders sichere Verwahrmöglichkeiten in versperrbaren Fahrradboxen oder überwachten Fahrradgaragen an“, so Thann.

Fahrradpass: Informationen immer griffbereit
Die steigende Nachfrage nach Rädern bringt aber leider auch Kriminelle auf den Plan, weiß Mag. Martina Stöffelbauer von der Kriminalprävention: „Fahrraddiebe stehlen schlecht abgesicherte Räder und beachten dabei oft nicht einmal, wie alt oder wie wertvoll diese sind.“ Die Räder werden dann als „gebraucht“ wiederverkauft und bringen einen schönen Gewinn für den Täter. Hand aufs Herz: Wenn Sie ein Fahrrad besitzen, können Sie sagen, welche Farbe es hat? Wissen Sie die Herstellermarke? Welches Modell? Rahmennummer? Material? Art der Gangschaltung? Wann Sie es gekauft haben? Wo Sie die Rechnung aufbewahren? Im Falle eines Abhandenkommens des Rades sind das wertvolle Informationen, um einerseits ihren rechtmäßigen Besitz nachzuweisen und andererseits helfen Sie der Polizei bei einer Anzeigenerstattung und der Fahndung. „Wir appellieren daher den Fahrradpass zu verwenden“, so die Präventionsbeamtin Martina Stöffelbauer. Dieser liegt in jeder Polizeidienststelle auf oder kann ganz einfach auf der Homepage des Bundeskriminalamtes heruntergeladen und ausgefüllt werden. „Der Fahrradpass dient als Eigentumsnachweis. Dort können Sie die Daten Ihres Rades eintragen und im Falle des Abhandenkommens hilft er der Polizei bei Fahndungsmaßnahmen.“

Diebstahl von Fahrrädern 2016 nach Bundesländern:

Bundesland/Jahr 2016 Angezeigte Fälle
Österreich27.465
Burgenland584
Kärnten1.437
Niederösterreich4.877
Oberösterreich3.213
Salzburg2.174
Steiermark3.597
Tirol2.193
Vorarlberg691
Wien8.699

Quelle: .BK/Polizeiliche Kriminalstatistik


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