WEB-Prozess: Rechtsschutzversicherung hat sich für Geschädigte bezahlt gemacht

Wien, 13.12.2005
Der größte Zivilprozess der österreichischen Geschichte nähert sich heute mit einem Vergleichsabschluss endlich seinem Ende.

Ehemalige WEB-Anleger mit Rechtsschutzversicherung hatten Glück im Unglück – sie erhielten von allen Geschädigten die höchste Kapitalquote.

Für die 740 Geschädigten, die ihre Ansprüche mit Hilfe einer Rechtsschutzversicherung geltend gemacht haben, hat sich diese Versicherung bezahlt gemacht. Der Vergleich, der in Höhe von 19,1 Millionen Euro und 600.000,- Euro Kostenbeitrag geschlossen wurde, bringt ihnen 50 Prozent ihrer eingeklagten Forderungen. Diese Quote ist mit Abstand die höchste aller Geschädigten. Einige der Kläger, die auf eigenes Risiko geklagt haben, können mit rund 43 Prozent, diejenigen, die einen Prozesskostenfinanzierer zur Seite gehabt haben, mit rund 23 Prozent der von ihnen eingeklagten Forderungen rechnen.

Vor 16 Jahren brach das Bautreuhand-WEB-IMMAG Imperium zusammen, die Rechtsschutzversicherer waren von Anfang an damit befasst. Wer zumindest einen Teil seines investierten Geldes wieder bekommen wollte, brauchte gute Anwälte und einen langen finanziellen Atem. Da es sich im Fall WEB um einen so genannten Massenschaden handelt - mehrere Kunden unterschiedlicher Rechtsschutzversicherer waren unabhängig voneinander, aber aufgrund desselben Sachverhalts geschädigt – haben die Rechtsschutzversicherer ihre Aktivitäten gebündelt. Die verschiedenen WEB-Verfahren haben somit deutlich gemacht, dass Kunden einer Rechtsschutzversicherung kompetente Vertretung bekommen und sich über den notwendigen finanziellen Aufwand keine Sorgen machen müssen.

Das letzte Kapitel in dem WEB-Komplex ist allerdings noch nicht geschlossen: Der Amtshaftungsprozess der Geschädigten aus der Veranlagung "Wohnsparer Edlach" gegen das Land Salzburg ist auch nach über 10 Jahren noch immer nicht erledigt.


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