Altersvorsorge ist volkswirtschaftliche Zukunftsfrage; Bild: AdobeStock_1994913174_KI generiert/VVO

Altersvorsorge ist volkswirtschaftliche Zukunftsfrage

Utl: WIFO-Studie zu den Auswirkungen eines ausgewogenen 3-Säulen-Modells

Die Lebenserwartung der Menschen steigt und die österreichische Bevölkerung altert. Gleichzeitig gerät das staatliche Pensionssystem unter Druck. Wie kann ein nachhaltiges Pensionssystem auch für künftige Generationen gesichert werden? Welche volkswirtschaftlichen Vorteile bietet ein Pensionssystem, das aus einem Umlageverfahren und einer kapitalgedeckten Altersvorsorge gemeinsam besteht? Dieser Frage ging eine Studie des WIFO im Auftrag des VVO nach.

Die WIFO-Studie kommt zum Ergebnis, dass ein ausgewogenes Drei-Säulen-Pensionssystem aus staatlicher, betrieblicher und privater Vorsorge wesentlich zur Stabilität und Nachhaltigkeit der Altersvorsorge beiträgt. Durch die Verteilung auf mehrere Finanzierungsquellen werden Risiken des demografischen Wandels, wirtschaftlicher Schwankungen und der steigenden Lebenserwartung besser abgefedert. Gleichzeitig fördert ein ausgewogenes Drei-Säulen-System langfristige Kapitalbildung, Investitionen und Wirtschaftswachstum und stärkt damit sowohl die finanzielle Absicherung der Bevölkerung als auch die Volkswirtschaft.

Die Stärke eines Pensionssystems liegt in der Kombination aus Umlage und Anlage

„Kein Finanzierungsverfahren kann für sich allein alle Ziele eines Pensionssystems erreichen, ohne auf Güter-, Arbeits- oder Kapitalmärkten unerwünschte Nebenwirkungen auszulösen. Die Stärke liegt daher in einer ausgewogenen Mischung aus Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren“, so WIFO-Direktor Univ.-Prof. MMag. Dr. Gabriel Felbermayr, PhD.

Ein Blick auf den internationalen Vergleich zeigt dabei, dass Österreich bei der kapitalgedeckten Vorsorge noch erhebliches Entwicklungspotenzial besitzt.

„Österreichs Umlagesystem bietet im europäischen Vergleich hohe Einkommensersatzraten. Bei der kapitalgedeckten Vorsorge liegen wir mit 7,2 Prozent des BIP aber im untersten Drittel, während Länder wie Dänemark oder die Schweiz mehr als ihre gesamte jährliche Wirtschaftsleistung angespart haben“, so Felbermayr.

Altersvorsorge als wichtiger Faktor für Österreichs wirtschaftliche Zukunft

Die Studienergebnisse legen daher nahe, neben der starken ersten Säule insbesondere die kapitalgedeckten Elemente der Altersvorsorge weiter auszubauen.

„Ein starkes Kapitaldeckungsverfahren stärkt die Kapitalmärkte und damit das langfristige Wachstum, und es erweitert die Finanzierungsbasis über Österreichs Grenzen hinaus. Ganz darauf zu verzichten, wäre deshalb nicht optimal“, so Felbermayr.

„Die WIFO-Studie zeigt: Altersvorsorge ist auch eine volkswirtschaftliche Zukunftsfrage. Unsere staatlichen Pensionen finanzieren wir wesentlich auf Basis der heimischen Wirtschaftskraft. Mit kapitalgedeckter Vorsorge können wir zusätzlich ausländische Wertschöpfung ins Inland bringen und die Altersvorsorge damit auf eine breitere wirtschaftliche Basis stellen“, erklärt Mag. Christian Eltner, Generalsekretär des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO. Versicherungen veranlagen bereits jetzt über 100 Mrd. Euro, über 50 Prozent davon in Österreich.

VVO fordert konsequente Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge

„Die aktuelle Diskussion über die Weiterentwicklung der Altersvorsorge zeigt, dass sich viele Menschen zusätzliche Möglichkeiten für den langfristigen Vermögensaufbau wünschen. Wer für das Alter vorsorgen möchte, braucht dafür attraktive, verlässliche und verständliche Rahmenbedingungen. Unser Ziel sollte es sein, möglichst vielen Menschen einen frühzeitigen Einstieg in die private und betriebliche Vorsorge zu ermöglichen und ihnen mehr Gestaltungsspielraum für ihre finanzielle Zukunft zu geben“, betont Mag. Gregor Pilgram, Präsident des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO. „Die Versicherungswirtschaft ist mit ihren lebenslangen Vorsorgelösungen sowohl in der betrieblichen als auch in der privaten Altersvorsorge ein verlässlicher Partner des Staates, wenn es um die Umsetzung weiterer Reformschritte geht“.

Zukunftsdepot: Frühzeitigen Vermögensaufbau und Wahlfreiheit ermöglichen

Ein konkreter Ansatzpunkt ist der frühzeitige Vermögensaufbau. Die Versicherungswirtschaft begrüßt daher grundsätzlich die Überlegungen zu einem „Zukunftsdepot“, das Kindern bereits in jungen Jahren den Einstieg in die langfristige Vorsorge ermöglichen soll.

Zentral ist, eine möglichst breite Durchdringung in Österreich zu erreichen und den Familien die größtmögliche Wahlfreiheit zu bieten. Das kann durch die Einbeziehung von Lebensversicherungen gewährleistet werden.

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