Blackbox Versicherung – Studien zeigen Defizite beim selbsteingeschätzten Versicherungswissen auf; Foto: Adobe Stock_1764332742/VVO

Blackbox Versicherung – Studien zeigen Defizite beim selbsteingeschätzten Versicherungswissen auf

Finanzielle Entscheidungen zu treffen ist Teil eines selbstbestimmten Lebens. Doch viele Menschen fühlen sich bei Versicherungen überfordert und empfinden Verträge als komplex. Aktuelle Studien zeigen Wissenslücken und einen klaren Wunsch nach mehr Finanzbildung. Um die Finanz- und Risikokompetenz zu stärken, unterstützt der VVO mit praxisnahen Angeboten und Kooperationen mit Bildungseinrichtungen.

Wie funktionieren Versicherungen? Welche Risiken sind durch bestehende Verträge tatsächlich gedeckt? Und wie lässt sich der eigene Versicherungsbedarf richtig einschätzen? Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass bei diesen Fragen Unsicherheiten bestehen.

Eine qualitative Studie des Kompetenzzentrums für Finanzbildung der Wirtschaftsuniversität Wien unter der Projektleitung von Univ.-Prof. Dr. Bettina Fuhrmann in Kooperation mit dem VVO, zeigt: Ein Großteil der Befragten schätzt das eigene Versicherungswissen als unzureichend ein und nimmt Versicherungsverträge als komplex und schwer verständlich wahr. Nur einzelne Befragte geben an, genau zu wissen, welche Risiken durch ihre bestehenden Versicherungen gedeckt beziehungsweise ausgeschlossen sind.

„Risikokompetenz bedeutet nicht, jedes Risiko möglichst zu vermeiden. Vielmehr geht es darum, Chancen und mögliche Gefahren zu identifizieren, die mit Risiken verbunden sind, und mögliche Konsequenzen gründlich abzuwägen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Bettina Fuhrmann.

Johanna Seeliger, MSc (WU) ebenfalls Kompetenzzentrum für Finanzbildung, WU Wien, ergänzt: „Unsere Studie zeigt, dass viele Menschen zwar angeben, bewusst mit Risiken umzugehen, sich bei Versicherungen aber häufig unsicher fühlen. Umso wichtiger ist es, Wissen zu Risiken und Versicherungen frühzeitig, verständlich und lebensnah zu vermitteln, damit Menschen Entscheidungen auf einer fundierten Grundlage treffen können.“

Mehr Finanzbildung gewünscht

Unterstrichen werden die Erkenntnisse durch eine quantitative Studie von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung. Besonders deutlich zeigt sich der Handlungsbedarf bei der Finanzbildung. 86 Prozent sprechen sich dafür aus, Finanzbildung verstärkt in der Schule zu vermitteln. 79 Prozent erwarten auch von Versicherungsunternehmen einen Beitrag zur Finanzbildung. Gleichzeitig können lediglich 15 Prozent der Befragten das solidarische Versicherungsprinzip spontan korrekt beschreiben.

„Österreich braucht mehr Finanzbildung, und diese sollte bereits früh, schon in der Schule, vermittelt werden. Die Befragten sehen auch die Versicherungsunternehmen selbst in der Pflicht, zur Verbesserung der Finanzbildung der Bevölkerung beizutragen“, betont Christina Matzka, Gründerin und Inhaberin von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung.

Auch die qualitative Studie macht deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Vermittlung ist: Nahezu alle Interviewten berichten, dass Risiken und Versicherungen in ihrer Schulbildung nicht thematisiert wurden. Fast alle halten entsprechende Grundkenntnisse in der Schule für sinnvoll.

Mag. Gregor Pilgram, Präsident des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO, betont: „Finanzielle Selbstbestimmung beginnt nicht erst beim Sparen oder Veranlagen. Sie beginnt dort, wo Menschen Risiken verstehen und fundierte Entscheidungen für ihr eigenes Leben treffen können. Finanzbildung schafft genau diese Orientierung.“

Finanzbildung als langfristiges Anliegen des VVO

Der VVO unterstützt Finanzbildung bereits seit vielen Jahren und setzt dabei auf unterschiedliche, möglichst praxisnahe Zugänge. Dazu zählen Kooperationen mit Bildungsinstitutionen und die Zusammenarbeit mit Lehrkräften ebenso wie konkrete Bildungs- und Informationsangebote. Mit dem Brettspiel „Less Risk – More Fun“, einer praxisnahen Präsentation für den Schulunterricht, dem umfassenden Glossar „Wissenswertes“ im VVO-Newsroom sowie dem Instagram-Kanal „how2versichern“ werden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen und Versicherungswissen verständlich vermittelt.

„Versicherungswissen muss verständlich, praxisnah und im Alltag anwendbar sein. Deshalb setzt der VVO seit vielen Jahren auf Finanzbildung und unterschiedliche Zugänge für verschiedene Zielgruppen. Unser Ziel ist, Menschen das Wissen mitzugeben, das sie brauchen, um Risiken besser einzuschätzen und informierte Entscheidungen zu treffen“, erklärt Mag. Christian Eltner, Generalsekretär des VVO.

Die Studienergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit von Finanzbildung und Risikobildung. Wer Risiken einschätzen, Versicherungen verstehen und Informationen richtig einordnen kann, verfügt über eine bessere Grundlage, um eigenständige und informierte Entscheidungen für die persönliche Absicherung zu treffen.

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